Thema: Völkerschlacht bei Leipzig

Hans-Peter - 5.1.2012 um 10:53

Wenn sie die Autobahn von Dresden nach Leipzig benutzen, verlassen sie mal in Naunhof die Autobahn und fahren die Landstraße in Richtung Leipzig.
Nach ein paar Kilometern kommen sie durch den Ort Liebertwolkwitz. Sie sehen da auf der linken Seite einen Hügel mit einem Gedenkstein.
Dies ist der sogenannte Monarchenhügel, von dem aus der Kaiser von Österreich, der Zar von Russland sowie der preußische König im Jahr 1813 während der Völkerschlacht bei Leipzig (16.-18. Oktober 1813) ihre Truppen gegen Napoleon I. Befehligten.
Es war die bis dahin gedankenloseste Schlacht bei der auf beiden Seiten etwa 100000 Mann ihr Leben ließen.
Im Jahr 1996 unterzeichnete Liebertwolkwitz einen Partnerschaftsvertrag mit der französischen Gemeinde Les Epesses.
Man kann hoffen, dass so etwas mehr zum kennenlernen beiträgt als Geschichtsliteratur über Krieg.


Aaron1 - 12.1.2012 um 13:55

Mit dem Aufklärungsgefecht bei Liebertwolkwitz am 14. Oktober 1813 kam die Furie Krieg nach Seifertshain – Soldaten verlangten nach Proviant, Verwundete mussten versorgt und Gefallene begraben werden.
Das Dorf selbst erlebte am 16. Oktober heftige Kämpfe, Gasthof und Pfarrhaus waren anschließend zu Lazaretten umgewandelt worden.
Die unter dem Titel „Was wir erlebten im Oktober 1813“ bekannten Überlieferungen der Auguste Vater, Tochter des im Jahre 1813 amtierenden Pfarrers, schildern eindrucksvoll die dramatischen Ereignisse während der Völkerschlacht.
Dieser Augenzeugenbericht war Ausgangspunkt für die Eröffnung eines Museums in der alten Seifertshainer Dorfschule.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen weder detaillierte Darstellungen der Napoleonischen Zeit noch der Verlauf großer Schlachten.
Vielmehr ist es jenen gewidmet, die während der Kämpfe verwundet wurden und unter unvorstellbaren Bedingungen um ihr Leben rangen.


DaveD - 20.1.2012 um 10:09

Ob der Totengräber des Johannisfriedhofes Johann Daniel Ahlemann, die Seifertshainer Pfarrerstochter und freiwillige Lazaretthelferin Auguste Vater, der Student Ferdinand Heinrich Grautoff, der Gelehrte und preußische Lazarettbeauftragte Johann Christian Reil oder der großzschochersche Pfarrer Ludwig Wilhelm Gottlob Schlosser – sie alle erlebten die Völkerschlacht im Oktober 1813 als Augenzeugen und griffen anschließend zur Feder, um das Geschehene festzuhalten. Sie beschreiben die Situation der Menschen, die diese Schlacht und ihre Folgen ertragen mussten und dabei vor allem die weniger heroischen Seiten des Gemetzels für die Toten, Verwundeten und Gefangenen, ein bis dahin unvorstellbarer Schrecken, der auch zweihundert Jahre nach dem Geschehen in Erinnerung bleiben muss.


Hans-Peter - 26.1.2012 um 09:27

Eindrücklich stellt dies eine nachgestellte Szene dar.
Ein Arzt erzählt von seinem blutigen Handwerk, im Hintergrund ein armamputierter Soldat auf der Operationsliege.
Besondere Exponate des Museums sind die Zinnfiguren-Dioramen zum Sanitäts- und Lazarettwesen der napoleonischen Zeit und Schlachtfeldfunde rund um Seifertshain, darunter das komplette Skelett eines getöteten Pferdes, dem die todbringende Kugel in der Brust steckt.
Künftig wird der Fokus verstärkt auf dem Leben des französischen Chefchirurgen Baron Dominique-Jean Larrey und seiner Bedeutung für das militärische Medizinalwesen liegen.


Erwin3 - 21.2.2012 um 11:20

Einzigartig ist das nahezu original erhaltene Ensemble von (Museums)Scheune, Pfarrhaus, Kirche, Friedhof mit Einzel- und Massengrab Gefallener von 1813 und den Grabstätten der Eltern Auguste Vaters.


Gerona - 3.9.2015 um 21:37

Ein wirklich beeindruckendes Ereignis. Einige geschichtliche Objekte sind uns aus dieser Periode noch erhalten geblieben.


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