Thema: Goethe und Leipzig?

Hans-Peter - 27.11.2011 um 11:13

Goethe wollte mit „Mein Leipzig lob ich mir“ die Stadt Leipzig loben.
Ich glaube eher das Gegenteil ist der Fall.
Faust1: Faust und Mephisto betreten Auerbachs Keller.
Der Bürger Brandner sagt: Die kommen eben von der Reise, Man sieht's an ihrer wunderlichen Weise; Sie sind nicht eine Stunde hier.
Daraufhin sagt Bürger Frosch (ein direkter-unmittelbarer Vorfahre des Ekel Alfred):
Wahrhaftig du hast Recht! Mein Leipzig lob ich mir. Es ist ein klein Paris, und bildet seine Leute.
Indem er diesen kleinbürgerlichen Plebs die Stadt Leipzig loben lässt, sagt Goethe indirekt, was er von dieser Stadt hält.
Seine wahre Meinung über Leipzig lässt er Mephisto sagen: Dem Volk hier wird jeder Tag ein Fest.
Mit wenig Witz und viel Behagen, dreht jeder sich im engen Zirkeltanz, wie junge Katzen mit dem Schwanz.
Wenn sie nicht über Kopfweh klagen, So lang der Wirt nur weiter borgt, Sind sie vergnügt und unbesorgt.
Diesen – vergnügten und unbesorgten Leuten mit wenig Witz hat Goethe nie besondere Verehrung zugetragen.


DaveD - 20.12.2011 um 11:23

Trotzdem – Leipzig war anders. Nicht umsonst nannte man es Klein Paris.
Werbung war ja in der DDR verpönt. Erst nicht, aber dann, als die Zahl der Bürger schneller wuchs als die Zahl der benötigten Produkte. Und als unser aller Liebling Sudel-Ede ( Karl Eduard von Schnitzler) dies mit dem Satz begründete: Wir brauchen keine Werbung. Wir wollen Bedürfnisse befriedigen und keine Wünsche wecken.
Jedenfalls in der Zeit machte Leipzig für sich mit einer interessanten Idee Werbung.
Die DDR war als Spiegelei abgebildet und wo Leipzig liegt war das Eidotter. Bildunterschrift-
das Gelbe vom Ei. Ich fand den Slogan genial. Heute sagt man glaub ich Claim dazu.


Aaron1 - 2.2.2012 um 12:21

Noch mal zurück zu Goethe.
Das er schlecht auf Leipzig zu sprechen war liegt daran,
dass der alte Lustgreis in Leipzig keinen Stich machen konnte.
Sein Ruf als Weiberheld, und vor allem einer, der damit prahlte, war schon vor seiner Ankunft in Leipzig bekannt.
Die Leipziger Mädels waren zwar schon damals scharf wie die Rasiermesser,
aber sie waren auch um ihren Ruf bedacht.
Also hieß es: Diskretion Ehrensache.
Und dann kommt dieser Schwätzer, kein Wunder, dass die Leipziger Mädels ihn links liegen liesen.
Pech gehabt.


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